Bolivia, Licht und Schatten

Bolivien 6.2.-26.2.2013

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Erstaunlich, Bolivien lag doch nie geplanterweise auf unserer Reiseroute, und doch waren wir inzwischen fast geschlagene 3 Wochen hier. Aber mit den Plänen haben wir es ja bisher nie so genau gehalten, so richtig hatten wir auch nie welche und manchmal muss auch aus diesen oder jenen Gründen Kompromisse eingehen. Bolivien war einer dieser Kompromisse. Und man muss sagen, das Land hat uns weniger zugesagt als Chile und im Besonderen Argentinien. Es ist dreckig, Müll überall, es riecht andauernd nach Urin und Kot, die Eltern bringen ihren Kindern bei auf die Strasse zu pinkeln. Man muss sehr aufpassen was und wo man isst, falls man verhindern will Tage wie Nächte auf der Toilette zu verbringen. Es ist sehr arm und hat ein riesiges Alkoholproblem.

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Aber vielleicht war das teilweise auch nur die erste Sichtweise. Das ist das Problem mit ersten Eindrücken, sie bleiben in der Regel sehr lange haften, setzen sich fest wie ein Parasit und es ist einige Willenskraft nötig um sie loszuwerden. Die ersten Tage in Bolivien herrschte aufgrund des Karnevals Ausnahmezustand. Ein Grund zum feiern, klar, aber wenn das Fest die größten Feiertage des Jahres sind und gleich einige Wochen lang gefeiert wird, die Bolivianer sich täglich im wahrsten Sinne des Wortes bis zur absoluten Besinnungslosigkeit besaufen, dann sind die Strassen eben dreckig und es stinkt zum Himmel. Dazu kam die Regenzeit. Auch hier täuscht Einen der erste Eindruck, wenn man eine Stadt zum ersten mal bei einem Gewitter sieht.
Diese Eindrücke blieben zumindest eine ganze Zeit lang haften und nach Ende des Karneval dauerte es einige Tage, bis der Regen die Strassen gesäubert hat und Städte wie Sucre ihren alten Glanz und Charme präsentieren konnten. Mehr noch kehrte der Alltag zurück in die Strassen, das normale Leben nahm seinen Lauf, man konnte auf die Strasse ohne immer komplett nassgespritzt zu werden. Von meiner Seite ist der erste Eindruck langsam verblasst, Bolivien ist ein schönes , sicheres Reiseland mit einer interessanten Geschichte und einer sehr indigenen Bevölkerung und Kultur.

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Somit ist bei weitem nicht alles schlecht. Zum einen ist es schweinebillig hier, man kann leben wie ein König in Frankreich und trotzdem noch die Hälfte des Geldes sparen, das man bei weit geringerem Lebensstandard in Argentinien oder Chile ausgeben würde. Des Weiteren hat Bolivien einige wenige – dafür umso sensationellere – sehenswerte und einzigartige Landschaften. Schon deswegen scheint die Reise sich gelohnt zu haben. Die unendlichen Weiten der Uyunischen Salzwüste bleiben irreal, der Horizont verschwimmt mit dem Himmel, die Kompassnadeln spielen verrückt und es wirkt als verliert sich Zeit und Raum in dieser Wüste.

Dazu kommen die Menschen Boliviens und ihre Traditionen. Alles ist bunt hier, jeder religiös, fast jeder arm, nahezu jeder geradezu lächerlich abergläubig und die meissten erstaunlich desinteressiert an dem was um sie herum passiert. Das Essen, meist gut und gesund, herrvoragende Suppen, falls nicht grade ein Rinderhirn und Schweinemagen mit hineingemixt wurde. Sicher jedoch niemals sicher, und gewiss immer interessant und meist günstiger als 1,5 Euro.

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Es wirkt wie ein Land der Gegensätze, doch vielleicht ist auch dieser Eindruck nur der Regenzeit mit seinen wechselnden Hell-Dunkel Perioden geschuldet. Dennoch, danke für den interessanten Einblick.

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